Hofbesichtigung Bünkemühle

Während der Planungen zum Museumsmarkt entwickelte sich die Idee, häufiger kleine Ausflüge anzubieten. Beim Aufbau auf dem Museumsmarkt kamen wir mit den unterschiedlichen Marktausstellern ins Gespräch, so auch mit Frau Derboven von der Hofkäserei Bünkemühle. Uns faszinierte die Liebe zum Produkt und da lag es nah, als erstes Ausflugsziel den Hof Bünkemühle zu wählen.

Einen zeitnahen Termin zu finden, war da schon schwieriger – so wurde trotz einiger Bedenken der erste Advent ausgewählt. Der Bus wurde bei Klaus Kühl bestellt, der uns sicher durch die niedersächsische Landschaft kutschierte.

Der Hof Bünkemühle ist ein Familienbetrieb, der mittlerweile auch weitere Angestellte und Auszubildene beschäftigt. Bewirtschaftet werden ca. 330 ha Land, um damit 500 Milchkühe und deren Nachkommen zu versorgen.

Nach einer humorvollen Einführung, über die Entstehung des Hofs, einer kurzen Vorstellung der Familie Derboven, über den Sinn- und Unsinn der Milchquote ging es in die Stallungen. Mit großen Augen betrachteten die kleinsten der Gruppe die großen Kühe aus der Nähe. Selbst bei den älteren Besuchern leuchteten die Augen als sie die Kühe im großzügigen Stall sahen. Im Hintergrund lief Musik von ABBA. Ja, Sie haben richtig gelesen, die Kühe hören Musik und haben sogar eigene Betten. Die Betten sehen etwas anders aus, als unsere, werden aber mehrmals täglich „gemacht“.

Ein paar Meter weiter konnten wir den Melkstand besichtigen. Drei mal täglich werden hier alle Kühe gemolken. Das muss fix gehen, denn bis da 500 Kühe durchgelaufen sind, vergehen fast vier Stunden. Die Geschwindigkeit wird dennoch von den Tieren vorgegeben, die routiniert durch die Melkgasse laufen. Jeden Tag gibt eine Milchkuh rund 35 Liter Milch, die unterschiedlich vermarktet und verarbeitet werden. Ein Teil der Milch geht direkt in die hofeigene Käserei. Um ein Kilogramm Schnittkäse herzustellen, müssen 10 Liter Rohmilch verarbeitet werden. Bevor der Käse im eigenen Hofladen oder in umliegenden Märkten und Geschäften verkauft werden kann, reift der Schnittkäse bis zu 15 Monate.

Im Hofladen konnten wir das Endprodukt endlich probieren: Schnittkäse, Heukäse – mein persönlicher Favorit, Pizzakäse, Käse mit Klee und und und …
Nach einem leckeren Stück selbstgebackenen Kuchen und einem Becher Kaffee ging es dann wieder wohlgestärkt und um viele Eindrücke reicher, zurück nach Lauenau.

Wer mehr über die Milchwirtschaft erfahren möchte und sich einen Eindruck davon machen möchte, dass konventionelle Landwirtschaft auch in Einklang mit dem Tierwohl zu bringen ist, der sollte sich auf den Weg zum Hof Bünkemühle machen.