Geschichtliches zum Gebäude des Fleckenmuseums

1797 wurde das Fachwerkhaus als Wohnung für den Hofmeister des angrenzenden Schloß Schwedesdorf erbaut. Bauherr war der damalige Herr auf Schloß Schwedesdorf: Karl Ludwig August Heyno von Münchhausen. Das Haus war urspründlich nur 10m lang. Wegen des feuchten Untergrundes wurde es nur teilweise unterkellert. Dieser Keller ist nur ca. 120cm hoch.

Für die Selbstversorgung der Bewohner wurde später auf der Wiese hinter dem Haus ein Viehstall zur Haltung von Hühnern, Gänsen und Schweinen erbaut. Ein damaliges Gesetz schrieb, aus hygienischen Gründen, einen Abstand von 4m für solche Anbauten vor.

Auf dem großen Dachboden gab es eine Räucherkammer und in der ersten Etage war u.a. eine Vorratskammer. Die Kettenschlaufen, durch die damals Holzstangen gesteckt wurden mit angehängten Würsten, hängen heute noch dort.

Sandsteinplatte mit Kruzifix

Die Sandsteinplatte mit Kruzifix, dem Datum 1600 und dem Wappen der Familie von Münchhausen und dem Spruch:
„Straffe des Gottes Handt der von dieser Anordenvng etwas abwandt“ wurde über der Eingangstür eingemauert. Diese Platte hing vorher am sogenannten Armenhaus, das Otto von Münchhausen um 1600 im Vorderflecken hatte errichten lassen. Dieses wurde 1832 an den Nagelschmied Christian Meyer für 800 Thaler verkauft und dann abgerissen. Der Stein wurde dann im Haus der Hofmeisterwohnung eingebaut. Vermutlich seit dieser Zeit wurde das Haus als Gesindehaus für die Tagelöhner des Gutes genutzt. Hinter dem Haus standen 2 Plumpsklos und ein Hühnerstall mit Taubenschlag.

Ca. um 1930 wird das Haus in Steinbauweise nach hinten um 4m verlängert. Gleichzeitig wird die Treppe in die erste Etage erneuert sowie 2 weitere Schornsteine werden angebracht. Durch den Anbau sind Stall und Gebäude jetzt optisch eine Einheit, aber zwei getrennte Gebäude.

Tischler Heinz Bruns baut 1946 die heutige Eingangstür. Die Zeichnung dafür schickt ihm sein Vater aus dem Internierungslager.

Im November 1946 stellt die Wohnungskommission folgende Bewohner fest:

  • Hinderk und Engeline Feikes mit Kindern Theodor, Georg.
  • Luise Nolte mit Kind Adolf und Untermieter Anni Miehe mit Kindern Rita und Gerda
  • Samuel und Marta Zelmer mit Kindern Karl-Heinz und Gerd und Adolf Zelmer

Von 1600 war das Gebäude durchgehend im Besitz der Familie von Münchhausen. Der Landwirt Friedrich-Wilhelm Brandes, Hannover-Anderten, Freidingstraße 4 (An der Schafbahn 11) kaufte die Hoffläche und u.a. auch das Grundstück und Haus am Rundteil 11 am 09.08.1979. Das Haus wird weiter an verschiedene Mieter vermietet.

Sanierungsarbeiten am Fleckenmuseum

Sanierungsarbeiten am Fleckenmuseum

Der Heimatverein Lauenau erwirbt zum 1.09.1987 das Haus und 444 qm Grundstück, um das Haus vor dem Abriss zu bewahren. Der symbolische Kaufpreis für das Gebäude betrug 1 DM und für das Grundstück wurde der damals gängige qm-Preis angesetzt. In den darauf folgenden 15 Jahren wurde zuerst das Grundstück aufgeräumt, das größtenteils marode Fachwerk erneuert und ein neuer Zaun gesetzt.

Die Witwe Frieda Nolte lebte im ehemaligen Gesindehaus bis 1989 und war somit die letzte Mieterin.

Weitere Details in der jüngeren Zeit:
1992 Wetterhahn wird auf dem First angebracht
2000 Dach vom Stallanbau wird saniert
2003 Das Museum wird offiziell eröffnet
2006 Am rückwärtigen Giebel werden im Dachboden Fenster eingesetzt
2009 Plumsklos hinter dem Haus sind baufällig und werden abgerissen. Im Stallanbau werden die maroden Stallunterteilungen entfernt und das Fachwerk der Ost und Westseite wird erneuert.
2011 Die Terrasse wird vergrößert.
2012 Die Kellerdecke hinten rechts wird erneuert
2014 An den Stall wird noch eine Holzhütte angebaut als Abstellraum für Gartengeräte und Werkzeug.
2016 Die Kellerdecke hinten links wird erneuert.

Fleckenmuseum wegen Sanierungsarbeiten geschlossen

Das Fleckenmuseum in Lauenau bleibt vorerst wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Im hinteren Bereich des Museums wird der Fussboden ausgetauscht. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis zum Straßenfest abgeschlossen sein.

Sonderführungen sind trotz der Arbeiten in vorheriger Absprache möglich. Melden Sie sich hierfür einfach bei Jürgen Schröder (Tel. 05043 1844).

Sonderausstellung: CASALA Weihnachtsfeiern – Erinnerungen

18f*** Sonderausstellung ***
*** 05. und 06. Dezember 2015 im Fleckenmuseum in Lauenau ***
Pünktlich zum Nikolaustag ermöglicht der Heimatverein Lauenau einen weihnachtlichen Blick zurück in die 40er und 50er Jahre.

CASALA war damals Lauenaus größter Arbeitgeber. Kein anderes Unternehmen in Lauenau beschäftigte so viele Mitarbeiter wie der Möbelhersteller, der seine Produkte in die ganze westliche Welt lieferte. Seit Ende der 30er Jahre lud „Chef Sasse“ die Kinder seiner vielen Mitarbeiter zu Weihnachtsfeiern ein. Ab Anfang der 50er Jahre kamen dazu über 700 Kinder aus Lauenau und Umgebung zusammen, als Tochter Margret Grönemeyer diese Tradition fortsetzte. Aufgeteilt auf 3 Nachmittage wurden alle Kinder und Ihre Mütter oder Großmütter in die Lauenauer Turnhalle eingeladen (die Väter arbeiteten ja noch). Warum die Kinder alter Casalaner von den Weihnachtsfeiern der Firma auch heute noch schwärmen, das zeigt der Heimatverein mit viel Liebe zum Detail in seiner Sonderausstellung.

Lassen Sie sich in die Zeit der 40er und 50er Jahre entführen. Vielleicht entdecken Sie sich oder Ihre Freunde auf den ausgestellten Bildern? Oder Sie erinnern sich an das damalige Holzspielzeug?  Nehmen Sie noch einmal Platz im Holzgestühl der damaligen Turnhalle, in der die Weihnachtsfeiern stattfanden. Es gibt viel zu entdecken – versprochen!

Die Sonderausstellung findet am 05. und 06. Dezember im Fleckenmuseum in Lauenau von 14 bis 19 Uhr statt. 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!